Unsere Muskulatur ist unser Medizinschrank

Myokine werden oft als „Medizinschrank des Körpers“ bezeichnet, weil sie eine Vielzahl positiver Effekte auf die Gesundheit haben, die mit einem gut ausgestatteten Medizinschrank vergleichbar sind. Sie werden von den Muskelzellen während der Kontraktion (z. B. beim Sport) freigesetzt und wirken auf verschiedene Organsysteme. 

 

1. Was sind Myokine?

 

  • Myokine sind Signalproteine, die von Skelettmuskeln produziert und in den Blutkreislauf abgegeben werden.
  • Sie agieren als Botenstoffe, die Kommunikation zwischen Muskeln und anderen Organen (z. B. Gehirn, Leber, Fettgewebe) ermöglichen.

2. Die „Medizinische“ Wirkung von Myokinen

 

a. Entzündungshemmend

 

  • Wirkung: Myokine wie IL-6 (Interleukin-6) haben eine entzündungshemmende Wirkung, wenn sie durch Bewegung freigesetzt werden. Sie helfen, chronische Entzündungen zu reduzieren, die mit Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sind
b. Stoffwechselregulierend

 

  • Wirkung: Myokine fördern die Fettverbrennung und regulieren den Glukosestoffwechsel. Das hilft, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten und Übergewicht abzubauen
c. Förderung der Muskel- und Knochengesundheit

 

  • Wirkung: Myokine wie IGF-1 (Insulin-like Growth Factor 1) fördern Muskelwachstum und stärken die Knochendichte. 
d. Schutz des Herz-Kreislauf-Systems

 

  • Wirkung: Myokine unterstützen die Funktion der Blutgefäße, verbessern den Blutfluss und senken das Risiko von Arteriosklerose.
e. Positive Effekte auf das Gehirn

 

  • Wirkung: Myokine wie BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) fördern die Bildung neuer Nervenzellen, verbessern das Gedächtnis und reduzieren das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer.
f. Unterstützung des Immunsystems

 

  • Wirkung: Myokine können das Immunsystem stärken, indem sie die Kommunikation zwischen Muskelzellen und Immunzellen fördern.
g. Krebsvorbeugend

 

  • Wirkung: Einige Myokine hemmen das Wachstum von Tumorzellen und fördern den programmierten Zelltod (Apoptose) in Krebszellen. 

3. Warum ist Bewegung der Schlüssel?

 

  • Muskelaktivität ist entscheidend, um Myokine freizusetzen. Ohne regelmäßige Bewegung bleibt dieser „Medizinschrank“ geschlossen.
  • Schon moderate Bewegung, wie schnelles Gehen oder leichtes Krafttraining, kann die Produktion von Myokinen anregen.

4. Fazit

Myokine wirken wie ein vielseitiger Medizinschrank, der natürliche und effiziente Heilungsprozesse im Körper fördert. Bewegung und vor allem Kraftraining aktiviert diesen „Schrank“ und liefert eine „Dosis“ von biologischen Substanzen, die Krankheiten vorbeugen, die Gesundheit fördern und das Wohlbefinden steigern können.

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