Stressessen – Was ist das?
Hattest du auch schon mal im Home-Office oder im Büro – unter Zeitdruck und Stress – großes Verlangen nach Gummibärchen, Kuchen oder einem kleinen Snack? Isst du unter Stress manchmal weit über deine Sättigungsgrenze hinaus? Hast du manchmal Fressattacken bei Stress? Willkommen im Club!
Für viele Menschen gehört Stressessen zum alltäglichen Leben, man nennt das “emotionales Essen„. Stress, Langeweile und Bewegungsmangel beeinflussen unser Essverhalten massiv. Dabei ist Frustessen sowie Stressessen ein emotionales Essverhalten, also eine unbewusste Reaktion auf negative Gefühle*. Wenn wir emotional essen, versuchen wir unbewusst, mit Hilfe von Essen den psychischen Druck zu reduzieren und negative Gefühle zu kompensieren.
Doch was sind die Gründe dafür?
Frust- und Stressessen kann aus den unterschiedlichsten Gründen erfolgen. Zum einen aufgrund von psychischem Stress, wie beispielsweise durch Konflikte mit deinem Partner bzw. deiner Partnerin, Termin- oder Leistungsdruck auf der Arbeit sowie bei Geldsorgen. Sogar wegen körperlichem Stress, wie mangelndem Schlaf, Lebensmittelunverträglichkeiten, Allergien oder auch Medikamente, kann das emotionale Essen verursacht werden.
Eine weitere Ursache für Stressessen kann schlechtes Zeitmanagement und Unproduktivität sein. Dies kommt im Winter immer häufiger vor, da durch voll aufgedrehte Heizungen eine trockene und stickige Raumluft entsteht, die das Konzentrationsvermögen beeinträchtigt. Sobald der Körper unter Stress steht, wird Cortisol ausgeschüttet. Der erhöhte Cortisolspiegel bringt das Gehirn auf Hochleistung – dies hat womöglich evolutionäre Gründe.
Stressreaktionen wurden damals bei Gefahren und Bedrohung ausgelöst. Sobald eine Gefahr erkannt wurde, stellte sich unser Körper auf Flucht oder auch Kampf ein.*** Aufgrund der Hochleistung verlangt hierbei unser Gehirn nach schnell verfügbarer Energie am besten in Form von leicht verfügbarem Zucker. Aus diesem Grund greifen wir bei Fressattacken bei Stress oder Frust meist zu etwas Süßem wie Gummibärchen oder auch Schokolade.
Gestresst am Kühlschrank? Emotionales Essverhalten & die Folgen
Je nach Esstyp bestehen bei einem dauerhaft gestörten Essverhalten aufgrund von Stress unterschiedliche Gefahren. Die größte Gefahr liegt darin, dass das Essverhalten zu einer Gewohnheit wird und dadurch die unguten Nebenwirkungen länger andauern. Auf lange Zeit kann sich Stressessen negativ auf deine Gesundheit und natürlich dein Körpergewicht auswirken. Das Problem liegt darin, dass wir bei Heißhungerattacken überwiegend ungesunde Lebensmittel verzehren und beim Stressessen meist nicht aufhören können, auch wenn wir schon längst satt sind. Oftmals klagen die von Fressattacken Betroffenen über Schuldgefühle und Bauchschmerzen.
Vermehrte Heißhungerattacken verursachen außerdem einen erhöhten Insulinspiegel, was zum Beispiel das Tumorwachstum begünstigen kann. Ebenfalls können Folgen wie ein höheres Risiko für Herzerkrankungen, Diabetes und weitere chronische Krankheiten auftreten.
7 Tipps gegen emotionales Essen
- Geregelte Mahlzeiten einführen
Plane dir täglich drei ausgewogene Hauptmahlzeiten ein. Diese helfen dir, häufige Snacks sowie Heißhungerattacken zu unterbinden, da sie sättigender und nährstoffreicher sind. - Iss nicht am Arbeitsplatz
Für die meisten Berufstätigen ist es völlig normal, Snacks in den Schreibtischschubladen zu haben. Jedoch kannst du bei deinen Nebenbei-Naschereien schnell den Überblick verlieren, wie viel du bereits gegessen hast und so ins emotionale Stressessen zu verfallen. Vor allem im Home-Office ist es wichtig, bewusste Essenspausen einzuplanen. - Koche frisch und gesund
Viele Berufstätige haben im Büro keine Zeit oder einfach nur keine Küche, um mittags etwas zu kochen. Zur Home-Office-Zeit hast du nun die Möglichkeit, dir mittags schnell ein ballaststoff- und eiweißreiches sowie gesundes Gericht zu kochen. - Gesünder einkaufen
Eine gesunde Ernährung fängt beim Einkauf an. Bereits beim Einkauf kannst du entscheiden, was du zu dir nehmen wirst. Mache dir am besten vor dem Einkauf Gedanken darüber, was du benötigst. Achte darauf, dass du gesunde und nährstoffreiche Lebensmittel einkaufst, die dich zuverlässig vor Heißhungerattacken bewahren. - Hinterfrage dein Hungergefühl
Ergründe deinen Essimpuls – habe ich wirklich Hunger oder steckt emotionale Belastung wie Stress oder Frust dahinter? So kannst du dich bewusst gegen das emotionale Essen entscheiden. - Integriere Bewegung in deinen Alltag
Insbesondere im Home-Office ist Bewegung wichtig für dein Wohlbefinden sowie deinen Körper. Hierbei kannst du deinen Frust rauslassen, deinen Stress abbauen und Kalorien verbrennen. Setze dir am besten sportliche Ziele und integriere Bewegungsübungen in deinen Arbeitstag, um deinem Körper eine Auszeit vom Sitzen zu bieten und Heißhunger zu stoppen. - Bewusst genießen
Sich alle Süßigkeiten und ungesunde Lebensmittel zu verbieten ist meist kontraproduktiv und auf Dauer nicht nachhaltig. Setze dich also nicht zu sehr unter Druck und genieße es in Maßen. Ein zu hohes Kaloriendefizit oder eine einseitige Ernährung sind auf Dauer genauso ungesund wie Stressessen. Also integriere Süßigkeiten oder auch Fast Food in Maßen in deinen Alltag bzw. in deiner Woche – plane dir zum Beispiel einmal pro Woche einen Mittag für ein Fast-Food-Gericht ein oder gönne dir am Wochenende eine Handvoll Gummibärchen. Damit wird das ungesunde Essen in Maßen gehalten und der Heißhunger vermieden.

